06.05.2009 - 09:20
Als „zur Absicherung seines Depots“ wurden auf Empfehlung der am Hamburger Ballindamm belegenen Filiale des Traditionsunternehmens ABN AMRO Konzern eine Reihe von Zertifikaten zum Kauf angeboten, darunter auch ein Lehman-Brothers-Zertifikat, welches aufgrund der Insolvenz des amerikanischen Mutterkonzerns zwischenzeitlich wertlos geworden ist. Der die dortige Klägerin anwaltlich vertretenen Rechtsanwalt Raoul Sandner lässt darauf hinweisen, dass es sich um die umfangreichste Klage handelt, die derzeit vor deutschen Gerichten gegen eine Bank wegen Falschberatung eines Privatanlegers im Zusammenhang mit dem Erwerb strukturierter Finanzprodukte anhängig ist.
In der nächsten Zeit werden bundesweit mehrere Urteile in Sachen Lehman-Brothers für die Anleger erwartet. Aktuell informieren Presseberichte von einem Schadensersatzprozess eines Lehman-Brothers Geschädigten gegen die Frankfurter Sparkasse, welche diesen verloren hat. Das LG Frankfurt hat dem geschädigten Anleger der Direktbanktochter „1822 direkt“ wegen eines Beratungsfehlers vollen Schadensersatz in Höhe des Verlusts zugesprochen. Der Kläger hatte über die Sparkasse Zertifikate der zwischenzeitlich insolventen US-Investmentbank Lehman-Brothers gekauft, gab im Beratungsgespräch allerdings nachweisbar an, nur in eine kurzfristige Anlage investieren zu wollen. Die Laufzeit der Zertifikate war aber auf 4 Jahre angelegt, weshalb das LG Frankfurt hier einen Beratungsfehler feststellte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
„Wir erwarten zahlreiche Urteile geschädigter Lehman-Anleger, in welchen sich die Gerichte auch mit der Frage zu beschäftigen haben, inwieweit dem Anleger „Kick-Backs“, also Rückvergütungen, verschwiegen wurden“, so Bettina Wittmann vom Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V.. Spannend wird es auch in den von den Vertrauensanwälten des Schutzvereins der Bankkunden e.V. eingereichten Schadensersatzklagen gegen die CitiBank AG, in welchem es um die Thematik geht, dass Lehman-Brothers „auf ausdrücklichen Kundenwunsch“ gekauft wurden, obwohl nach Darstellung des klagenden Anlegers der Erwerb von Lehman-Zertifikaten gerade auf Empfehlung des handelnden Bankberaters erfolgte.
Der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. bietet eine kostenfreie Erstbewertung der individuellen Schadensangelegenheit zu den Erfolgsaussichten der Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen gegen das jeweils beratende Kreditinstitut an.
Weitere Informationen erhalten Sie vom Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V.!