Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V.

Lehman-Brothers - Eine "individuelle Finanzplanung der CitiBank", die gar keine ist!

27.04.2009 - 10:11

„Wir müssen allerdings auch darauf hinweisen, dass Schadensersatzansprüche gegenüber unserem Haus nicht bestehen. Schuldner der Zins- und Rückzahlungsansprüche aus dem Papier ist vielmehr ausschließlich die Emittentin. Somit besteht bei diesem Wertpapier ein Kredit- bzw. Emittentenrisiko, auf das in dem Produktflyer und dem Verkaufsprospekt ausdrücklich hingewiesen wird. Generell bieten wir unseren Kunden die Aushändigung des Produktflyers und des Verkaufsprospekts an“, so die (standardisierten) Antwortschreiben der CitiBank Privatkunden AG & Co. KG an Anleger, die das Kreditinstitut mit massiven Beratungsfehlern anlässlich der Empfehlung zum Erwerb von Lehman-Zertfifikaten konfrontieren.

 

Auch Herr B. aus M. ließ die CitiBank wissen, bei seiner Beratung zum Kauf dieser Zertifikate sei er auf keinerlei Risiken bei Erwerb hingewiesen worden, wollte vielmehr eine sichere Anlage ohne jegliche Verlustrisiken, wie es auch seinem „Risikoprofil“ entsprach.

 

Um so entsetzter war Herr B, als er in seiner eigenen „individuellen Finanzplanung“ der CitiBank lesen musste, der Kauf der Lehman-Zertifikate sei „auf ausdrücklichen Kundenwunsch“ erfolgt, würden diese Zertifikate tatsächlich dem Risikoprofil gar nicht entsprechen.

 

Wie Herrn B. ging es auch weiteren Kunden der CitiBank.

 

„Gerade als höchst konservativ einzustufende Anleger haben sich auf Empfehlung des jeweiligen Bankberaters dazu verleiten lassen, Lehman-Zertifikate zu erwerben. Umso erschrockener sind diese eigentlich auf Ausschluss jeglicher Risiken bedachte Anleger, wenn ihnen nunmehr von der CitiBank ihr eigenes Risikoprofil präsentiert wird, wonach der Kauf von Lehman-Zertifikaten, der angeblich auf ausdrücklichen Kundenwunsch erfolgt sein soll, gar nicht zum Anlageprofil passte“, so Bettina Wittmann vom Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. aus Passau, welche eine Interessengemeinschaft der Lehman-Anleger betreut.

 

„Wir sehen derzeit in Abgründe“, so Bettina Wittmann in einer weiteren Stellungnahme. Um hohe Provisionen zu kassieren, hätten CitiBank-Mitarbeiter den zum Teil höchst konservativen Anlegern bewusst in die Risiko-Zertifikate gelockt, oftmals unter Ausnutzung des langjährigen Vertrauens der Kunden in diese Bank.

 

Hoffnung bietet geschädigten Kapitalanlegern der Lehman-Zertifikate auch der Beschluss des BGH zu den „kickbacks“. Der BGH wertete in seinem Beschluss vom 20.01.2009 das Verschweigen verdeckter Rückvergütungen als Aufklärungsverpflichtung bei einer Anlageberatung. Derartige Rückvergütungen sind natürlich für die Vermittlung der Zertifikate gezahlt worden, an denen die Emittenten ja zumeist kräftig verdienten.

 

„Geschädigte Anleger der CitiBank sollten sich in jedem Fall ihre individuelle Finanzplanung vorlegen lassen“, empfiehlt Bettina Wittmann vom Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. weiter. Der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. prüft im Hinblick auf die sich häufenden Darlegungen um die Kaufempfehlung von Lehman „auf ausdrücklichen Kundenwunsch“, inwieweit die Risiken von Lehman-Zertifikaten durch die CitiBank bewusst verschwiegen wurden.

 

Der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. bietet hierzu eine kostenlose Erstbewertung des individuellen Einzelfalles in der Schadensangelegenheit „Lehman-Brothers“ an. Sie können den Fragebogen für Wertpapieranlagen bei fehlgeschlagenen Lehman-Zertifikaten gerne unter www.schutzverein.org jederzeit herunterladen oder diesen direkt beim Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. anfordern.

 

Weitere Informationen erhalten Sie vom Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V.

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