20.01.2010 - 12:26
Die Gläubiger des deutschen Lehman-Ablegers Lehman Brothers Bankhaus AG müssen sich nach Mitteilung des Insolvenzverwalters Michael Frege, welcher eine Vorabausschüttung im Sommer 2010 plant, noch gedulden. Dies berichtet der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. unter Berufung auf eine Mitteilung des Handelsblattes vom 04.01.2010.
Die Gläubiger der deutschen Lehman haben bislang Forderungen in Höhe von rd. 35 Mrd. EURO beim Insolvenzverwalter geltend gemacht.
Bis auf die Finanzinstitute haben die meisten ihr Geld aber bereits vom Einlagensicherungsfonds der deutschen Banken wieder bekommen. Die deutsche Lehman war im September 2008 von der Finanzaufsicht BaFin geschlossen worden, nachdem die amerikanische Mutter Insolvenz angemeldet hatte.
„Die Frage, inwieweit deutsche institutionelle Anleger Geld erhalten, ist strikt von der Frage zu trennen, inwieweit Privatanleger, welche Lehman Zertifikate auf Empfehlung ihrer Bank erworben hatten, Entschädigung im Insolvenzverfahren bei der amerikanischen Lehman Brothers Holding Inc. zu erwarten haben“, so Bettina Wittmann vom Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V.
Die US-Amerikanische Investmentbank Lehman Brothers Inc. war Emittentin der vor allem von der CitiBank AG, der Dresdner Bank AG sowie der Hamburger und Frankfurter Sparkasse vertriebenen Zertifikate.
Die Frankfurter Sparkasse hatte ihren Kunden schon Ende letzten Jahres 50% der Anlagesumme als Entschädigung angeboten, weitere Kreditinstitute, wie vor allem die Dresdner Bank AG, außergerichtlich jegliche Schadensersatzzahlung verweigern.
„Kunden müssen Schadensersatzansprüche gegen das sie beratende Kreditinstitut geltend machen, wenn außergerichtlich jegliche Entschädigung abgelehnt wird“, so Bettina Wittmann vom Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. in einer Stellungnahme weiter, welche ausdrücklich auf § 37a WphG hinweist, verjähren die hier geltend zu machenden Grundsätze der fahrlässigen Wertpapierfalschberatung drei Jahre nach Kaufempfehlung.
„Gerade Anleger der Anfang Februar 2007 emittierten Global Champion Anleihe sollten sich fachkundig beraten lassen, um hier nicht wichtige Fristen zu versäumen“, rät auch Rechtsanwalt Marcus Rietner, Vertrauensanwalt des Schutzvereins für Rechte der Bankkunden e.V. aus Regensburg.
Der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. bietet interessierten Anlegern eine grundsätzlich kostenfreie Erstbewertung möglicher Schadensersatzansprüche. Weitere Informationen erhalten Sie vom Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V.