CS Euroreal - Landgericht Passau rät Parteien zur vergleichsweisen Einigung

Das Landgericht Passau hatte die Schadensersatzklage eines Anlegers gegen die dortige Sparkasse als anlagevertreibendes Kreditinstitut zu beurteilen, der Kläger einen Fondsanteil am offenen Immobilienfonds mit der Bezeichnung „CS Euroreal“ im April 2010 gezeichnet hatte, zu einem Zeitpunkt also, als es bereits Anzeichen für eine erneute Aussetzung der Rücknahme von Anteilen gab.

Dies berichtet der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V., deren Vorstand, Frau Bettina Wittmann, den Anleger im Gerichtsverfahren vor dem Landgericht Passau vertreten hatte.

„Das Landgericht Passau ging nach vorläufiger Würdigung der Sach- und Rechtslage davon aus, dass einem konservativen und auf jederzeitige Verfügbarkeit des eingesetzten Kapitals bedachten Anleger die Tatsache mitgeteilt werden muss, dass der beworbene offene Immobilienfonds bereits geschlossen war, anderenfalls dieser Anleger die systemimmanenten Risiken eines offenen Immobilienfonds nicht beurteilen kann“.

Ursprünglich waren offene Immobilienfonds als sichere Anlage eingestuft worden, der offene Immobilienfonds mit der Bezeichnung „CS Euroreal“ aber schon in der Zeit vom Oktober 2008 bis Juni 2009 geschlossen war, die Rücknahme von Anteilsscheinen erst wieder im Zeitraum vom Juli 2009 bis Mai 2010 möglich war. Dies hatte zur Folge, dass der Fonds nicht mehr als sichere Anlage eingestuft und dem dortigen Kläger als solche empfohlen werden konnte.

Aufgrund der bereits einmal erfolgten Schließung der allgemeinen Marktsituation bestanden ein erhöhtes Aussetzungsrisiko und damit zugleich ein erhöhtes Kapitalverlustrisiko im Zusammenhang mit einer etwaigen, sich an der Aussetzung anschließenden Liquidation des offenen Fonds, welche sich letztendlich auch realisiert haben.

„Der den Kläger beratende Kundenberater der Sparkasse konnte sich nicht mehr daran erinnern, den Anleger auf die bereits erfolgte Schließung vor Zeichnung hingewiesen zu haben, letztendlich das Landgericht Passau den Parteien die vergleichsweise Beendigung des Rechtstreits angeraten hatte“, so Bettina Wittmann vom Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V..

Betroffenen Anlegern ist eine Prüfung möglicher Ersatzansprüche anzuraten, wobei immer verjährungsrechtliche Problematiken zu beachten sind.

Bettina Wittmann hierzu:

„Offene Immobilienfondsanteilen unterliegen dem Wertpapierhandelsgesetz, demzufolge mögliche Schadensersatzansprüche binnen einer Frist von 3 Jahren ab Zeichnung gerichtlich geltend zu machen sind, § 37 a WpHG a.F.“.

Der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. bietet betroffenen Anlegern eine grundsätzlich kostenfreie Erstbewertung möglicher Schadensersatzansprüche.

Weitere Informationen hierzu unter info@schutzverein.org oder unter www.schutzverein.org.

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