Medico Immobilien Fonds

Unter der Bezeichnung „Medico Immobilien Fonds“ sind in den Jahren 1984 bis 2005 von der GEBAU AG, gegründet am 30.01.1965 aus Düsseldorf, 50 geschlossene Immobilienfonds als Kommanditgesellschaft aufgelegt worden.


Von den derzeit noch bestehenden 38 Medicofonds befinden sich viele in wirtschaftlicher Schieflage, wobei bei Durchsicht der Verkaufsprospekte einige Unstimmigkeiten im Hinblick auf die getroffenen wirtschaftlichen Prognosen auffallen.


Besonders prekär ist die finanzielle Schieflage aktuell beim Medico Fonds Nr. 30 Büro-Center Magdeburg KG. Aber auch die Medico Fonds Nr. 20 bis 52 bleiben derzeit weit hinter den prospektierten Erwartungen zurück.

Besonders bitter ist dies für die Anleger, welche ihren Fondsanteil auf Initiative des Anlageberaters fremdfinanziert erworben haben. Nach den bisherigen Erkenntnissen wurden viele Fondsbeitritte „im Paket“ mit einer Fremdfinanzierung bei der Apotheker- und Ärztebank eG vermittelt.


Damit stellt sich für unsere auf Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierten Vertrauensanwälte die Frage, inwieweit dieses Zusammenwirken zwischen dem Initiator der Medico Fonds und der Apotheker- und Ärztebank eG dazu führen kann, dass ein Anleger Schadensersatzanspruch wegen Aufklärungspflichtverletzung über die mit der Fondsbeteiligung einhergehenden Risiken gegen die Bank geltend machen kann.


Betroffen ist vor allem die Frage der grundsätzlichen Verpflichtung des Anlageberaters zur Durchführung einer Plausibilitätsprüfung. Sind die Voraussetzungen des institutionalisierten Zusammenwirkens gegeben, kann ein Anleger bei Empfehlung der Fondsbeteiligung „im Paket“ mit der Fremdfinanzierung die Aufklärungspflichtverletzung auch seiner den Fondsanteil fremdfinanzierenden Bank entgegenhalten, was zur Leistung von Schadensersatz führt, und zwar Zug um Zug gegen Übertragung der Gesellschafteranteile.


Dieses Ergebnis ist insoweit wichtig, als dass erhaltene Ausschüttungen oftmals keine „echte“ Rendite des Anlegers darstellen. In vielen ähnlich gelagerten Fällen hat sich herausgestellt, dass die Ausschüttungen letztlich als Rückzahlung des Eigenkapitals zu verstehen sind, sodass der Anleger im worst-case Szenario gemäß § 172 IV HGB neben dem Totalverlust seiner Einlage noch verpflichtet ist, die bereits erhaltenen Ausschüttungen zurückzuzahlen.


Im Hinblick auf die derzeit höchst prekäre Situation hat sich eine Interessengemeinschaft der Medico-Fonds-Anleger zusammengeschlossen, um weitere Informationen zur Frage des „institutionalisierten Zusammenwirkens“ auszutauschen, was den Vertrauensanwälten des Schutzvereins der Bankkunden e.V. wiederum hilft, das fremdfinanzierte Engagement zu prüfen.

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Der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, geschädigten Kapitalanlegern zur Seite zu stehen, um ihnen Wege aus der Schuldenfalle zu bieten und Möglichkeiten aufzuzeigen, ihr eingesetztes Kapital zu retten. Hierbei dient der Verein insbesondere als Informationsportal für geschädigte Kapitalanleger, wobei wir uns als unabhängiges Sprachrohr der Anleger verstehen und deren Interessen vertreten.
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