Beteiligungen an der "Garantie Hebel Plan" - Schadensersatzansprüche gegeben?

Ein aktuelles Gerichtsurteil spricht einem Anleger Schadensersatz zu, weil der Verkaufsprospekt des geschlossenen Fonds „Garantie Hebel Plan 08“ fehlerhaft war. Dies berichtet der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. unter Berufung auf eine Bekanntmachung der Stiftung Warentest.

Weiters erkannte das LG Leipzig (nicht rechtskräftig) auf Schadensersatz gegen die Prospektverantwortlichen, als dass dem dortigen Anleger diese Beteiligung als zur Altersvorsorge geeignet präsentiert wurde, ohne auf die sehr spekulative Konstruktion der Produkte der CIS Deutschland AG hinzuweisen.

Bettina Wittmann, Vorstand im Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V.:

„Besorgte Anleger berichten uns um großartige Versprechungen der agierenden Berater im jeweiligen Beratungsgespräch mit bis zu zweistelligen Renditeaussichten. Von möglichen Risiken war in der Beratung jedenfalls keine Rede, im Gegenteil, war diese Investition als sichere Anlageform zur Zeichnung angeraten worden“.

Zu den bislang von der CIS Deutschland AG initiierten Kapitalanlagen bzw. Fonds zählen unter anderem die sogenannte „Garantie Hebel Plan 07“, der „Geno Haus Fonds I“, der „Garantie Hebel Plan 08“, der „Garantie Hebel Plan 09“ sowie der „Premium Renditefonds 10 AG & Co. KG“.

So sieht das Geschäftskonzept des Premium Renditefonds 10 vor, das Kommanditkapital in Höhe von EUR 55,4 Mio. einschließlich Agio von den Anlegern einzuwerben, wobei die Anleger feste jährliche Gewinnzuweisungen gutgeschrieben erhalten sollten, die nach Laufzeiten gestaffelt waren. Nach dem im Fondsprospekt abgedruckten Investitionsplan sollen von den eingeworbenen EUR 55,4 Mio. nur rund 70% investiert werden.

Wie dann die Rendite aus der Investition auf über 20% steigen soll, erschließt sich per se nicht, zumal die Zeitschrift „Finanztest“ schon in 2008 von den äußerst riskanten Zinsdifferierungsgeschäften der von der CIS Deutschland AG aufgelegten Geschäftsmodellen berichtet hatte.

Der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. empfiehlt betroffenen Anlegern eine grundsätzliche Erstbewertung möglicher Ersatzansprüche gegen den individuellen Anlageberater wie auch gegen die Gründungsgesellschafter des Fonds. Es entspricht insoweit gefestigter Rechtsprechung des BGH, dass Anlageberater/Anlagevermittler einer Fondsgesellschaft die Pflicht haben, einen Beitrittsinteressenten für seine Beitrittsentscheidung ein zutreffendes Bild über das Beteiligungsobjekt zu vermitteln und ihn über alle Umstände, die für seine Anlageentscheidung von wesentlicher Bedeutung sind oder sein können, insbesondere über die mit der angebotenen speziellen Beteiligungsform verbundenen Nachteile und Risiken zutreffend, verständlich und vollständig aufzuklären.

Bei pflichtwidriger Falschberatung haften auch die Gründungsgesellschafter CIS Deutschland AG (vgl. BGH, Urteil vom 09.07.2013, II ZR 9/13), welche zudem auch für die Fehlerhaftigkeit des Prospektmaterials verantwortlich sind.

Für weitere Informationen schreiben Sie uns unter info@schutzverein.org oder rufen Sie uns an unter Tel.: 0851-9884011.

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