Medico Fonds 48 in der Krise: Schadensersatzansprüche durch "taggenaue Verjährung" gefährdet

Nachdem in den letzten Monaten über erhebliche Liquiditätsschwierigkeiten der Medico Fonds Nr. 38 – Nr. 40 berichtet wurde, steht es auch um den von den Anlegern in 2002 gezeichneten „Medico Fonds 48“ nicht gut.

Prospektierte Ausschüttungen können an die Anleger nicht geleistet werden, was nicht nur für die Anleger eine unbefriedigende Situation darstellt, die diese Fondsbeteiligung – meistens auf Empfehlung der agierenden Anlageberater – fremdfinanziert erworben haben.

Diesen Anlegern droht nun auch die Verjährung möglicher Ersatzansprüche.

Bettina Wittmann vom Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V.:

„Jedem, der im Jahr 2002 Kapital etwa in einem geschlossenen Fonds investiert hat, droht im Laufe des Jahres 2012 der Verlust möglicher Schadensersatzansprüche, die aus der seinerzeit fehlerhaften oder unzureichenden Anlageberatung resultieren. Verantwortlich dafür ist die sogenannte „taggenaue Verjährung“, die seit der Schuldrechtsreform gilt. Denn Schadensersatzansprüche verjähren auf den Tag genau 10 Jahre nach Vertragsabschluss beim jeweiligen Investment. In diesem Falle bleiben Investoren bei fehlender Geltendmachung auf ihren – teils sehr hohen – Verlusten sitzen, selbst wenn sie ihrem Berater mangelhafte Arbeit eindeutig nachweisen könnten“.

Der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. empfiehlt Betroffenen, alle Handlungsalternativen zu prüfen. Hierzu gehört vor allem die Möglichkeit, gegen den Anlageberater vorzugehen, wenn dieser nicht auf die einer Fondsbeteiligung in Form der Kommanditgesellschaft immanenten Risiken hingewiesen hatte.

Bettina Wittmann vom Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. weiter:

„Ferner ist auch die sogenannte Rückvergütungsrechtssprechung des Bundesgerichtshofs zu berücksichtigen. Demnach müssen für Banken tätige Anlageberater ihre Kunden grundsätzlich auf den Erhalt von Rückvergütungen, die sie für den Vertrieb der Beteiligung von der Fondsgesellschaft erhalten haben, hinweisen. Diese Aufklärungspflicht wurde in der Vergangenheit nach der Erfahrung des Schutzvereins für Rechte der Bankkunden e.V. nur seltenst erfüllt, kann aber allein diese Nichtaufklärung für die Geltendmachung von Schadensersatz ausreichen“.

Betroffene Anleger können sich unter www.schutzverein.org jederzeit an den Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. wenden.

Für weitere Informationen können Sie auch eine Mail schreiben an info@schutzverein.org.

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