Banken müssen über Pressekritik informieren!

„Ein Geldinstitut muss nicht sämtliche Brancheninformationsdienste uneingeschränkt auswerten – dies würde zu einer uferlosen, kaum erfüllbaren Ausweitung der Pflichten von Anlageberatern führen“, so der BGH in seiner aktuellen Entscheidung zur Frage, ob Banken Anleger grundsätzlich bei der Beratung auf deutliche Pressekritik über die empfohlenen Kapitalanlagen hinweisen müssen (Az.: BGH XI ZR 89/07). „Tauchen in den Zeitungen dabei zeitnahe und gehäufte negative Berichte auf, muss der Kunde durch sein Geldinstitut davon unterrichtet werden“, so der BGH in seiner aktuellen Entscheidung zum Urteil des OLG Stuttgart.

„Aus Anlegersicht begrüßen wir die Rechtsprechung des BGH, welche zwischenzeitlich sich auch in den Landes- bzw. Oberlandesgerichtlichen Entscheidungen manifestiert hatte, sehr“, so Bettina Wittmann vom Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V.. Zwar muss nach dieser Entscheidung die Bank nur die „anerkannte“ Wirtschaftspresse auf aktuelle Informationen über ihre Anlageprodukte auswerten – diese Entscheidung ist allerdings ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, kommen hier dem Anleger tatsächliche Beweiserleichterungen zugute. Kann er seinem beratendem Bankinstitut nachweisen, dass in den einschlägigen Brancheninformationsdiensten Warnhinweise abgedruckt waren und wurde er hiervon von seinem Anlageberater bei der Bank nicht hingewiesen, stehen die Chancen, Schadensersatzansprüche geltend zu machen, sehr gut, so Bettina Wittmann vom Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. weiter.


Die aktuelle Entscheidung des BGH können Sie beziehen unter: Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V.

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