Finanzmarktkrise - Wie sicher ist meine Altersvorsorge?

Angesichts der Finanzmarktkrise ist die Besorgnis vieler deutscher Kapitalanleger groß. Viele machen sich nicht nur um ihr Sparguthaben, sondern auch um ihre Altersvorsorge große Sorgen.


Der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. gibt einen Überblick darüber, wie sicher oder wie gefährdet Einlagen, Versicherungen, Aktienfonds oder Bausparverträge derzeit sind:


Sichteinlagen:


Bei den Sichteinlagen handelt es sich um „täglich fällige“ Guthaben, wobei als Sichteinlagen auch Einlagen gelten, für die eine Kündigung von weniger als einem Monat oder eine Laufzeit von weniger als 30 Zinstagen vereinbart ist.


Es handelt sich hierbei vor allem Guthaben auf Girokonten, die durch die gesetzliche Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) pro Kunde mit 90% der Einlagen geschützt wird, maximal jedoch nur EURO 20.000,00. Die fehlenden 10% und die Beträge darüber werden nach Angaben des Bundesverbandes deutscher Banken in Berlin vom Einlagensicherungsfonds gezahlt. Der Fonds würde aufgrund der Sicherungsgrenzen der einzelnen Banken lt. Bankenverband 1,5 Mio. EURO pro Anleger schützen.


Termineinlagen:

 

Termineinlagen (befristete Einlagen) unterscheiden sich von den Sichteinlagen dadurch, dass sie entweder mit einer Laufzeit von mindestens 30 Tagen vereinbart werden (Festgelder) oder mit einer bestimmten Kündigungsfrist (mindestens 30 Tage) gekündigt werden können (Kündigungsgelder).

 

Die Fälligkeit der Einlage hängt von der Kündigung des Kunden und der Einhaltung der vertraglich vereinbarten Kündigungsfrist ab, die nach der üblichen Bankpraxis auch formlos ausgesprochen werden kann. Nach Ablauf der Anlagefrist bucht das Kreditinstitut das Festgeld auf das Girokonto des Kunden um, und zwar mit rückwirkender Valuta, wenn der Beendigungszeitpunkt auf ein Wochenende oder auf einen gesetzlichen Feiertag fällt.

 

Termineinlagen sind sowohl durch die EdB und die freiwillige Einlagensicherung der Banken geschützt. Ob auch die von Bundeskanzlerin Angela Merkel zugesagte Garantie auf Einlagen über EURO 20.000,00 hinaus auf ausländische Kreditinstitute, die auch in Deutschland agieren, bezogen war, dürfte eher nicht der Fall gewesen sein.

 

Spareinlagen:

 

Spareinlagen gehören immer noch zu den beliebtesten Formen der Geldanlage. Nach der Statistik der Deutschen Bundesbank betrugen die in Deutschland unterhaltenen Spareinlagen von Nichtbanken über EURO 590 Mrd. Unter Spareinlagen versteht man jede Einlage bei einem Kreditinstitut, wenn für sie eine Sparurkunde ausgefertigt wurde, also Sparbücher, Banksparpläne und Sparbriefe. Gesichert sind die Einlagen durch die gesetzliche Mindestsicherung, die freiwillige Sicherung und die Staatsgarantie.


Aktienfonds:


Die Gefahr bei Aktien sind Kursschwankungen, wie es uns derzeit die Börse zeigt. Wie weit der Aktienkurs fällt, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht absehbar. Unabhängig davon gilt, dass Aktien und Fonds von der Bank im Depot verwahrt werden, also getrennt vom Vermögen aufbewahrt werden.


Fachleute raten Aktienanlegern vor Panikverkäufen dringendst ab, allerdings sollte man seine Papiere genau im Auge behalten, um nicht Totalverlust zu erleiden.


Doch wie sieht es mit privaten Altersvorsorgemaßnahmen aus, sind auch Versicherungen oder Bausparverträge gesichert?


Wir meinen ja, denn im Pleitefall eines Lebensversicherers springt eine Sicherungseinrichtung namens Protector als letzte Rettung ein und übernimmt die Verträge, wenn ein Versicherer zahlungsunfähig wird, anders bei fondsgebundenen Versicherungen die im schlimmsten Fall nichts mehr wert sind, weil bei diesen Versicherungen die eingezahlten Prämien in Investmentfonds investiert werden, demzufolge auch den Risiken der Kapitalmärkte direkt ausgesetzt sind.


Im Gegensatz hierzu zählen Bauspardarlehen zu den sichersten Darlehen überhaupt, wie Finanzfachleute auch bestätigen. Private Bausparkassen sind doppelt abgesichert, nämlich über die EdB sowie einen eigenen Sicherungsfonds, zusätzlich ist es nach den internen Bestimmungen Bausparkassen verboten, in Risikoanlagen wie Aktien oder Wertpapiere zu investieren.

Weitere Informationen erhalten Sie vom Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V..

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Der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, geschädigten Kapitalanlegern zur Seite zu stehen, um ihnen Wege aus der Schuldenfalle zu bieten und Möglichkeiten aufzuzeigen, ihr eingesetztes Kapital zu retten. Hierbei dient der Verein insbesondere als Informationsportal für geschädigte Kapitalanleger, wobei wir uns als unabhängiges Sprachrohr der Anleger verstehen und deren Interessen vertreten.
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