Haben Anleger in Lehman Brothers Chancen ihr Geld zurückzubekommen? Das sind Ihre Möglichkeiten!

Wie aus der Presse bekannt hat Lehman Brothers vor kurzem Insolvenzantrag in den USA gestellt und lässt zehntausende Anleger, vor allem auch Anleger aus Deutschland, vor der beunruhigenden Frage, welche Möglichkeiten sie haben ihr Geld retten oder überhaupt etwas zurückzubekommen?


Zunächst einmal muss man bei Lehman Brothers ganz genau unterscheiden werden um welche Anlage es sich handelt. Nach amerikanischen Aktienrecht gibt es sogenannte „common shares“, „preferred shares“ und „bonds“, etc.


Common shares sind ‚Stammaktien’, bei denen -wie in Deutschland- die Anleger Aktienanteile an der Firma halten; die Anleger haben Stimm- und Mitspracherechte, sie sind in ihrer Gesamtheit Eigentümer der Aktiengesellschaft. Common shares werden bei Börsengang von dem Unternehmen herausgegeben und danach am Aktienmarkt gehandelt. Lehman Brothers wurde am New York Stock Exchange unter dem Kürzel LEH gehandelt.


Neben den Anlegern von common shares gibt es auch ‚besondere’ Aktien, diese heißen preferred shares. Um Finanzierungen von Unternehmen zu gewährleisten sieht das amerikanische Recht vor, dass Unternehmen sogenannte preferred shares herausgeben können. Ähnlich wie bei Fannie Mae und Freddie Mac,hat auch Lehman Brothers diese preferred shares herausgegeben. Preferred shares sind Aktien, die dem Inhaber nicht die gleichen Rechte geben wie common shares. Da preferred shares aber als gesonderte Aktienform angesehen werden und nur zur Finanzierung von Unternehmen konzipiert sind, haben diese nun ein Vorrecht vor common shares in der rechtlichen Abwicklung im Insolvenz- und Rechtsfall. Eine weitere Anlageform sind sog. Bonds, welche Schuldverschreibungen darstellen. Firmen nutzen diese Anlageform um sich von Anlegern Geld zu leihen. Dabei wird eine Feste Laufzeit und ein Zinssatz vereinbart. Am Ende der Laufzeit bekommt der Anleger in der Regel den vereinbarten Rückkaufwert, welcher der Einkaufswert zuzüglich der Zinsen ist.


Die erste Frage die Sie sich stellen müssen ist nun wo Sie die Anlegeform gekauft haben? Schauen Sie genau nach an welchem Aktienhandelsplatz Sie die Aktien gekauft haben. Haben Sie die Aktien am New York Stock Exchange dem NYSE erworben?


Die nächste Frage ist, welche Aktien/Anlage in Lehman Brothers haben Sie? Haben Sie common shares (LEH) oder preferred shares (wie die Serie J, als Beispiel) oder aber Lehman Brother Bonds?

Welche Möglichkeit haben Aktieninhaber von common shares in Lehman Brothers?


Zunächst ist anzumerken, dass Lehman Brothers Insolvenzantrag gestellt hat und damit dem Schutz des amerikanischen Insolvenzrechts unterliegt. Da Lehman Brothers durch den Insolvenzverwalter unter gerichtlicher Aufsicht verwaltet wird und eine Liquidität nicht gegeben sein wird, sollte man als Aktieninhaber von common shares nicht den Rechtsweg gegen Lehman Brothers selbst wählen ist. Anleger aus Deutschland, Österreich und Schweiz, die vor kurzem auf Anraten ihrer Finanzberater, Banken oder Aktienberatern in Lehman Brothers Aktien  (NYSE:LEH, common shares) angelegt haben, haben die Möglichkeit eventuelle Haftungsansprüche gegen ihre Berater anwaltliche prüfen zu lassen. Wir raten zur schnellstmöglichen Überprüfung durch spezialisierte Rechtsanwälte.

Wir raten allen Anlegern von Lehman Brothers common shares sich umgehend mit dem Schutzverein für Rechte der Bankkunden in Verbindung zu setzen.


Welche Möglichkeiten haben Aktieninhaber von Lehman Brothers preferred shares (z.b. Series J preferred)?


Anleger von preferred shares, die ihre Aktien nach dem 5.Februar 2008, gekauft haben können an einem Klageverfahren in den USA teilnehmen. Anleger dieser preferred shares haben bereits am 24.Septmeber 2008, Klage beim US District Court in New York eingereicht.  Verklagt wurden hier gewissen Direktoren und Geschäftsführer von Lehman Brothers und sog. Underwriter. Underwriter sind diejenigen Finanzinstitute, die den Börsengang der jeweiligen gesonderten Aktien begleiten und vertreiben. Die Anleger haben Bank of America Securities LLC (NYSE:BAC), Citigroup Global Markets Inc. (NYSE:C), Merrill Lynch, Pierce, Fenner & Smith Inc. (NYSE:MER), Morgan Stanley & Co. Inc. (NYSE:MS), UBS Securities LLC (NYSE:UBS), and Wachovia Capital Markets, LLC (NYSE:WB) verklagt. Ziel ist es zumindest eineTeil der Verluste von dritter Seite, also nicht direkt von Lehman Brothers zurückzuerhalten. Dieser Weg ist Aktieninhabern von common shares verwehrt. Die Anleger (preferred shares Series J) werfen den Beklagten vor, dass die Prospekte der gesonderten Aktien (Series J) in erheblichem Umfang fehlerhaft waren.

Viele Anleger aus Deutschland denken, dass ein Klageverfahren in den USA zu teuer sei. Dem sei entgegnet, dass das Klagesystem in den USA anders ist als in Deutschland. Im Unterschied zu Deutschland arbeiten Anwälte in den USA zu großem Teil auf Erfolgsbasis. Die US Anwälte erhalten im Falle, dass die Klage gewonnen wird einen Anteil aus der Summe die für alle Anleger gewonnen wurde oder erhalten im Rahmen eines Vergleichs eine gesonderte Anwaltsgebühr. Sollte der Fall verloren werden erhalten die Anwälte in den USA in der Regel nichts und bleiben auf den erheblichen Kosten der Klagefuehrung, welche die US Anwälte vorstrecken, sitzen. Für den Anleger besteht daher kein Risiko sich an der Klage zu beteiligen. Immer wieder wird gefragt, ob es eine Frist gibt, bis wann man als Anleger handeln sollte. Dazu ist zu erwähnen, dass eine Frist gibt. 60 Tage nach Einreichen der Klage bwz. oeffentlicher Bekanntmachung hierüber verstreicht eine Frist zur aktiven Teilnahme an der Klage. Die Frist in Lehman Brothers preferred shares Series J wird am 21. November 2008 verstreichen. Wir raten allen Anlegern von Lehman Brothers perferred Serie J shares sich umgehend mit dem Schutzverein für Rechte der Bankkunden in Verbindung zu setzten.


Welche Möglichkeiten haben Anleger von Bonds (Schuldverschreibungen) in Lehman Brothers?

 

Die Bonds / Schuldverschreibungen von Lehman Brothers wurden mit dem Ziel herausgegeben, dass nach einer gewissen Laufzeit ein vereinbarter Betrag inklusive der vereinbarten Zinsen zurückgezahlt wird. Die Realisierung ist mit Beantragung des Insolvenzverfahrens nun äußert unsicher. Das US Insolvenzverfahren sieht einen Schutz für das Unternehmen vor Forderungen seiner Gläubiger vor. Der eingesetzte Insolvenzverwalter versucht zwar mit oberster Priorität das Unternehmen auf ‚sicheren Boden’ zurückzuführen, das ist jedoch im Fall Lehman Brothers mit aller Wahrscheinlichkeit nach nur Theorie. Die Praxis wird eine Liquidierung der (verbleibenden) Vermögensgüter von Lehman Brothers vorsehen und die Gläubiger von Lehman Brothers werden (wenn überhaupt) einen Prozentsatz dessen zurück erhalten von dem was sie ‚angelegt’ haben. Dies gilt auch für Anleger in Lehman Brother Bonds. Als Inhaberschuldverschreibung bieten Zertifikate im Insolvenzfall keinen Einlagenschutz. Sie werden allerdings wie alle nicht vorrangigen Verbindlichkeiten behandelt. Deutschen Anlegern wurde die Lehman Bonds zumeist von ihrer Bank vermittelt. Neben den selbst vertriebenen Emissionen hat man sie auch in Kooperation mit Sparkassen, Volksbanken oder Privatbanken Zertifikate an den Mann gebracht. Hier lässt sich im Einzelfall unter der Prüfung der spezifischen Rechtsansprüche gegebenenfalls eine Haftbarkeit der Bank ausmachen. Auch hier raten wir allen Anlegern in Lehman Brothers Bonds/ Schuldverschreibungen dringend sich mit dem Schutzverein für Rechte der Bankkunden in Verbindung zu setzten.

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