Immobilienfonds stürzen ein - Käufer kämpfen um ihr Geld

Für zahlreiche Käufer offener Immobilienfonds endet am 01.11.2010 die Phase des Stillhaltens. Dann müssen die ersten Anbieter – darunter Morgan Stanley mit seinem P2 Value und das Emissionshaus Aberdeen mit Degi Europa – wieder Anteile zurücknehmen, nachdem diese Fonds zwei Jahre lang nicht so offen waren, wie es die Bezeichnung der Anlageprodukte als „offene Immobilienfonds“ suggerierte. Dies berichtet der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. unter Bezugnahme auf aktuelle Online-Presseinformationen.

Somit könnte der November zum Schicksalstag der Branche werden, denn er wird zeigen, ob bloß die Fassade bröckelt, weil das Image der offenen Immobilienfonds gelitten hat oder ob die Fundamente dieser Anlageklasse langsam morsch werden.

Derzeit ist rund ein Drittel des Geldes, das Anleger in offene Immobilienfonds investiert haben, eingefroren: 25,0 Milliarden EURO.

„Dem Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. erreichen zahlreiche Anfragen um mögliche Erfolgsaussichten für ein Vorgehen gegen die beratende Bank, welche beispielsweise den Fonds P2 Value als sichere Anlage zum Kauf empfahlen“, so Bettina Wittmann vom Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V., die davon ausgeht, dass 10.000 Anleger um die Funktionsweise eines offenen Immobilienfonds falsch beraten wurden.

Mit der Finanzkrise forderten viele Anleger im Herbst 2008 ihr Geld zurück, dieses Geld indes in den Bürotürmen und Einkaufszentren angelegt war, deren Mieteinnahmen Gewinne abwerfen sollten. Demzufolge hätten die Fonds Gebäude verkaufen müssen, um alle auszahlen zu können, krachten dann allerdings die Immobilienpreise in den Keller. Deshalb nutzten die Fonds eine Gelegenheit, die ihnen das Gesetz bietet: Sie setzten ihre Anteile zum Handel aus. Etliche Immobilienfonds wurden 2008 und danach geschlossen und sind es noch immer, zum 01.11.2010 die Fonds entweder wieder öffnen oder abgewickelt werden müssen. Zum P2 Value von Morgan Stanley läuft das Ultimatum zum 31.10.2010 ab.

„Eine nochmalige Schließung des P2 Value Fonds könnte für die Branche ein fatales Signal bedeuten“, so Bettina Wittmann vom Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. in ihrer Stellungnahme weiter, welche das Hauptproblem in der Beratung zu der Konstruktion eines offenen Immobilienfonds sieht. Der Vorstand des Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V.: „Die bislang gemeldeten Angelegenheiten haben gezeigt, dass den wenigsten Anlegern zum Zeitpunkt der Zeichnung bewusst war, dass auch ein offener Fonds vorübergehend schließen kann, wurden vereinzelt von Bankberatern noch nicht einmal Informationsmaterial anlässlich der Beratung verwandt“.

Interessierte Anleger können sich bei Problemen um ihre Geldanlage mit dem Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. unter info@schutzverein jederzeit ins Benehmen setzen, prüft der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. im Rahmen einer rechtlichen Erstbewertung mögliche Ansprüche gegen die Verantwortlichen.

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