LG Hamburg verurteilt RvH Verwaltungs AG in Sachen "Albis Capital AG & Co. KG" zu Schadensersatz

Das Landgericht Hamburg hat in aktueller Entscheidung vom 09.07.2015 die RvH Verwaltungs AG als Rechtsnachfolgerin der Albis Capital Verwaltungs AG zu Schadensersatz verurteilt. Dies berichtet der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V., deren Vorstand, Frau RAin Bettina Wittmann, dieses Urteil erstritten hat.

„Zwar ist das Urteil des Landgerichts Hamburg noch nicht rechtskräftig; das Landgericht hat allerdings unter Darstellung der aktuellen BGH-Rechtsprechung zugunsten der Anlegerin die Feststellung getroffen, dass die dortige Anlegerin mangels rechtzeitiger Übergabe des Emissionsprospekts insbesondere über die Höhe der Emissionskosten nicht vom agierenden Berater aufgeklärt war“.

Nach ständiger höchstrichterlicher Rechtsprechung muss einem Anleger für seine Beitrittsentscheidung ein zutreffendes Bild über das Beteiligungsobjekt vermittelt werden, das heißt, er muss über alle Umstände, die für die Anlageentscheidung von wesentlicher Bedeutung sind oder sein können, insbesondere über die mit der angebotenen Beteiligungsform verbundenen Nachteile und Risiken, zutreffend, verständlich und vollständig aufgeklärt werden. Aufklärungspflichtig sind dabei auch die Emissionskosten, denn es stellt einen für die Anlageentscheidung wesentlichen Umstand dar, in welchem Umfang die Beteiligung nicht in das Anlageobjekt fließt, sondern für Aufwendungen außerhalb der Anschaffungs- und Herstellungskosten verwendet wird. Nach Meinung des Landgerichts Hamburg musste über die hier vorliegenden Weichkosten von deutlich über 20% aufgeklärt werden, weil dies einen Hinweis auf die fehlende Wirtschaftlichkeit der Beteiligung geben kann.

Der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. berichtet seit Jahren um die Situation der vormals als „Albis Capital AG & Co. KG“ firmierenden Fondsgesellschaft.

Bettina Wittmann vom Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. in ihrer Stellungnahme weiter:

„Die jetzt vom Landgericht Hamburg positiv verbeschiedene Klage wurde bereits in 2011 zur Einreichung gebracht, die dortige Anlegerin sich in 2004 an der Fondsgesellschaft beteiligt hatte. Primär gilt es daher für jeden geschädigten Anleger zu prüfen, inwieweit mögliche Schadensersatzansprüche überhaupt noch geltend gemacht werden können. So verjähren Schadensersatzansprüche binnen einer Höchstfrist von 10 Jahren, und zwar kenntnisunabhängig, gerechnet vom Zeichnungsbeginn an“.

Der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. ermöglicht jedem geschädigten Anleger eine kostenfreie Erstbewertung möglicher Schadensersatzansprüche.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte unter dem Stichwort „Albis Capital AG & Co. KG“ an den Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V.

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Der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, geschädigten Kapitalanlegern zur Seite zu stehen, um ihnen Wege aus der Schuldenfalle zu bieten und Möglichkeiten aufzuzeigen, ihr eingesetztes Kapital zu retten. Hierbei dient der Verein insbesondere als Informationsportal für geschädigte Kapitalanleger, wobei wir uns als unabhängiges Sprachrohr der Anleger verstehen und deren Interessen vertreten.
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