MPC Offen Flotte - Gläubiger-Bankinstitute fordern den Verkauf der notleidenden Schiffe

Wie auf einem führerlosen Schiff auf hoher See fühlen sich rund 7.000 Anleger des 2006 platzierten Schiffsfonds „MPC Offen Flotte“ (14 Vollcontainerschiffe) hoffnungslos allein gelassen. Dies berichtet der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. unter Bezugnahme auf eine aktuelle Mitteilung der Zeitschrift „Kapitalmarkt intern“.

„Nachdem im Herbst 2012 statt der notwendigen Nachschüsse in Höhe von rund EUR 23,0 Mio. nur EUR 6,6 Mio. seitens der Gesellschafter in Aussicht gestellt wurden, fordern die involvierten Gläubiger-Bankinstitute nunmehr den Verkauf der notleidenden Schiffe“, so Bettina Wittmann vom Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V..

Die Hamburger TVP Treuhand- und Verwaltungsgesellschaft für Publikumsfonds mbH (TVP) ließ den Anlegern am 18.01.2013 mitteilen, dass das Fortführungskonzept nicht zur Umsetzung gelangt, weil die für das Fortführungskonzept benötigten Gelder nicht zusammenkamen. Wenn die Schiffe nunmehr verkauft werden müssen, geht der Verkaufserlös nach Lage der Dinge ausschließlich an die Gläubigerbanken, was gleichzeitig für die Anleger den Totalverlust ihrer Einlage bedeutet.

„Den Angaben betroffener Anlegern zufolge fand oftmals bezüglich der Risiken von Schiffsfondsbeteiligungen keine ordnungsgemäße Beratung statt, mitunter über bestehende Kapitaltotalverlustrisiken nicht aufgeklärt wurde. Auch wurde oftmals zu keinem Zeitpunkt mitgeteilt, dass eine derartige unternehmerische Beteiligung für die Altersvorsorge nicht geeignet ist, vielmehr aufgrund der positiven Prognosen, welche zu hoch angesetzt waren, dargestellt wurde, hohe Renditen seien zu erzielen und die Beteiligung könne demnach als sehr sicher angesehen werden“, so Bettina Wittmann vom Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. weiter, welche auch darauf hinweist, dass bei Vertrieb über Banken oder Sparkassen die Verpflichtung besteht, über sogenannte Rückvergütungen aufzuklären. Ein weiterer Punkt im Rahmen der fehlerhaften Beratung ist auch der unterlassene Hinweis auf die Höhe der sogenannten „weichen Kosten“. Vertriebskostenquoten in Höhe von mehr als 15% der Anlegergelder sind ausdrücklich aufklärungspflichtig, weil der unternehmerische Erfolg der Beteiligung angesichts des hohen Kapitalabflusses von Anfang an unwahrscheinlich ist.

Für die Prüfung von Ansprüchen aus Kapitalanlagen in Schiffsfonds hat der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. die Interessengemeinschaft „MPC Offen Flotte“ gegründet.

Weitere Informationen hierzu finden Sie unter info@schutzverein.org oder unter www.schutzverein.org.

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