OLG Karlsruhe bestätigt Verurteilung des Anlageberaters zu Schadensersatz in Sachen "SAFERA AG"

Als gegeben erkannte das OLG Karlsruhe – Zivilsenate in Freiburg – die Aufklärungspflichtverletzung des beklagten Anlageberaters, weil dieser einen fehlerhaften Prospekt zur Beratung seines Anlegers i.S. „SAFERA AG“ verwandt hatte.

Dies berichtet der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V., deren Vorstand, Frau Bettina Wittmann, den dortigen Anleger sowohl in dessen erst- wie auch in dessen zweitinstanzlichen Verfahren anwaltlich vertreten hatte.

„Der beklagte Anlageberater wurde schon erstinstanzlich zu Schadensersatz vom Landgericht Konstanz verurteilt, weil dieser nach dortiger Rechtsauffassung seine aus dem Beratungsvertrag resultierenden Beratungspflichten schon durch die Verwendung des fehlerhaften SAFERA Prospekts im Rahmen des Beratungsgespräches verletzt hatte. Diese Rechtsauffassung wurde nunmehr zweitinstanzlich vom OLG Karlsruhe – Zivilsenate in Freiburg – bestätigt“, so Bettina Wittmann vom Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V., welche zahlreiche Anleger ebenfalls anwaltlich gegen denselben Anlageberater vertritt.

Die angebotenen SAFERA-Beteiligungen stellten eine Kapitalanlage im Bereich der sogenannten „private equity“ dar, bei welchen der Anleger sein Kapital einem nicht börsennotierten Unternehmen in der Schweiz zur Verfügung stellen konnte, welches das Kapital seinerseits nach freiem Belieben anlegte.

Nach Auffassung des OLG handelt es sich daher um eine Kapitalanlage mit besonders hohem Risiko, welches im von der SAFERA AG emittierten Verkaufsprospekt hierzu gänzlich verschleiert wird.

Stattdessen werden dort ausschließlich die Gewinnaussichten hervorgehoben und Begriffe wie „Sicherheit“, „Ertrag“ und „erfolgsorientiert“ verwendet.

Bettina Wittmann vom Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. in ihrer Stellungnahme zu der ergangenen Entscheidung weiter:

„Wie schon das Landgericht hat das OLG bestätigt, dass der vom Anleger unterzeichnete schriftliche Risikohinweis für eine Richtigstellung der verharmlosten Risikodarstellung im Prospekt nicht ausreicht, weil grundsätzlich die formularmäßige Haftungsfreizeichnung von der Verpflichtung zur anlegergerechten Beratung als Kardinalpflicht des Anlageberaters verstößt. Diese Darstellung ist auch hinsichtlich möglicher Bestätigungen um die erfolgte Risikobelehrung von rechtlich enormer Bedeutung. Aufgrund der Fehlerhaftigkeit des im Beratungsgespräches verwandten Prospekts steht eine Aufklärungspflichtverletzung des Anlageberaters fest, mit der Folge, dass diesen die Beweislast für die Richtigstellung des Prospektfehlers trifft“.

Der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. bietet betroffenen Anlegern eine grundsätzlich kostenfreie Erstbewertung möglicher Ersatzansprüche an, wobei geschädigte Anleger in Sachen „SAFERA AG“ noch im Laufe dieses Jahres handeln müssen.

Bekanntlich wurde über das Vermögen der SAFERA AG das Konkursverfahren eröffnet, spätestens mit Bekanntgabe der Liquidation der SAFERA AG die Anleger um den dort eingetretenen Totalverlust in Kenntnis gesetzt waren.

Für weitere Rückfragen können Sie sich jederzeit an den Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. unter info@schutzverein.org wenden oder rufen Sie uns an, unter Telefon 0851/9884011.

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