Schiff ahoi - Wie geht es weiter?

Mehr als hunderttausend Anleger sind von der aktuellen Flaute der Schifffahrt betroffen. Aufgrund der weltweiten Finanzkrise ist der Absatzmarkt zusammengebrochen, was sich auch auf die entsprechenden Schifffonds auswirkt. Die Auszahlungen von Schifffonds stocken, weil die Frachtraten im Zuge der weltweiten Wirtschaftskrise drastisch gesunken sind, die Kosten – beispielsweise für Kredite und Personal – aber weiterlaufen. Um zu überleben wird dringendst neues Eigenkapital benötigt. Demgegenüber werden zahlreiche Schiffe erst noch für Fonds gebaut, ohne dass aktuell Aussicht auf ausreichende Fracht besteht.

 

„Presseberichten zufolge können Anteile von Schifffonds reihenweise nur noch für weniger als 50% der eingezahlten Eigenkapitalbeträge an der Fondsbörse Hamburg losgeschlagen werden, was vor allem für Anleger kritisch ist, die sich für ihre Eigenkapital-Anteile auch noch Kredite haben vermitteln lassen“, so Bettina Wittmann vom Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V.

 

Diese Verbindung zweiter Verträge birgt erhebliche Risiken in sich. Das größte finanzielle Risiko besteht darin, dass der Anleger häufig die Kreditraten nicht mehr aufbringen kann, geschweige denn er aus finanziellen Gründen in der Lage ist, mögliche Nachschussforderungen der Gesellschaft zu erfüllen. Hier könnte einem Anleger die rechtliche Bedeutung des „Verbundgeschäfts“ zugute kommen, nämlich, wenn der Darlehensvertrag und Beitrittserklärung miteinander verbunden sind, was oftmals dann der Fall ist, wenn beide Verträge quasi „im Paket“ vermittelt werden.

 

Aktuell bahnt sich zudem in der Judikatur ein Streit um die Rechtsfrage an, inwieweit die freien Berater über die ihnen zufließenden Rückvergütungen aufklären müssen. So hat der BGH in seinem Beschluss vom 20.01.2009 bei Beratung durch Banken auf die Interessenkollision hingewiesen, welche sich dadurch ergibt, dass der Vertrieb hohe Rückvergütungen kassiert, die dem Kunden gegenüber nicht offenbart. Inwieweit diese Rechtsprechung, welche grundsätzlich auf Fonds übertragbar ist, auch für „freie Vermittler“ zur Anwendung kommt, ist bislang höchstrichterlich noch nicht entschieden.

 

„Anleger der in Schieflage geratenen Schifffonds sollten kompetente Möglichkeiten prüfen lassen, inwieweit sich die Verluste kompensieren lassen“, so Bettina Wittmann vom Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. weiter. Wichtig ist vor allem die kenntnisunabhängige Verjährungsfrist für die grundsätzliche Prospekthaftung im engeren Sinne, verjähren Schadensersatzansprüche hieraus unabhängig von einer möglichen Kenntnis drei Jahren ab Zeichnung des Fonds.

 

„Diese kurze Verjährungsfrist gilt es ab Zeichnung des Fonds immer im Hinterkopf zu behalten“, so Bettina Wittmann vom Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. weiter.

 

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