Schiffsfondsgesellschaften - Pleiten gehen weiter

Nach wie vor melden Schiffsfondsgesellschaften Insolvenz an, weil mitunter großartig angepriesene Sanierungskonzepte gescheitert sind.

Dies berichtet der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. unter aktueller Bezugnahme auf gemeldete Insolvenzantragstellungen über das Vermögen der „Produktentanker Fonds II“ des Initiators König & Cie. (MS King Edward und MT King Eric), der EEH Elbe Emissionshaus „MS Jana“ KG sowie der HCI Rendite Fonds Premium Nr. 2 „MS Hanna“ KG.

Betroffene müssen einen Verlust jedoch nicht einfach hinnehmen, ohne zumindest den Versuch zu starten, Schadensersatzansprüche zu realisieren.

Bettina Wittmann vom Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V.:

„In Betracht kommen Ansprüche auf Schadensersatz wegen fehlerhafter Anlagefalschberatung oder aus den Grundsätzen zur Prospekthaftung im weiteren Sinne. So kommen Anlageberatern nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes grundsätzlich erhebliche Informations- und Aufklärungspflichten zu. Der BGH formuliert eine anleger- und objektgerechte Beratung, das heißt die / der Anlageberatungsgesellschaft / Anlageberater darf nur zum Anleger „passende“ Anlageprodukte zur Zeichnung empfehlen.“

Dies war oftmals nicht der Fall, der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. nach zahlreichen Erstbewertungen die Tendenz beobachten konnte, dass gerade älteren, eigentlich auf Sicherung der bestehenden finanziellen Mittel bedachten Anlegern, gerade Schiffsfonds als angeblich risikoarme (Stichwort: Sachwert „Schiff“) Geldmarktprodukte zur Zeichnung empfohlen wurden.

Diese Empfehlung kann Anhaltspunkt für eine fehlerhafte Anlageberatung sein, im Zuge einer anlegergerechten Beratung sicherheitsorientierten Anlegern grundsätzlich keine hoch spekulative bzw. risikoreiche Kapitalanlage vermittelt werden darf.

„So ist mitunter festzustellen, dass das immer bei einer KG-Beteiligung mögliche Risiko des Totalverlusts mit keinem Wort erörtert worden ist, gerade bei einer entsprechenden Falschberatung Schadensersatzansprüche durchgesetzt werden können“, so Bettina Wittmann vom Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. in ihrer Stellungnahme weiter.

Wird eine fehlerhafte Aufklärung oder Beratung nachgewiesen, ist die Anlagesumme in der Regel gegen Übertragung der Beteiligung zurückzuzahlen, so als ob die Fehlinvestition nie getätigt worden wäre.

Doch was passiert, wenn ich um die Vermögenslosigkeit meines Finanzberaters weiß?

Hierzu verweist Bettina Wittmann vom Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.v. in ihrer Stellungnahme auf die Entscheidungen des BGH vom 14.05.2012 bzw. vom 09.07.2012. Hiernach müssen sich Gründungsgesellschafter / Treuhandkommanditisten, die sich zu den vertraglichen Verhandlungen über den Beitritt eines Anlegers zu einer Fondsgesellschaft eines Vertriebs bedienen und diesem oder von diesem eingeschalteten Untervermittlern die geschuldete Aufklärung der Beitrittsinteressenten überlassen, deren unrichtige oder unzureichende Angaben über § 278 BGB zurechnen lassen. Daneben besteht auch ein Anspruch auf Schadensersatz aus den Grundsätzen zur Prospekthaftung im weiteren Sinne.

Der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. empfiehlt eine umfassende Prüfung möglicher Ersatzansprüche auch und gerade bei bereits notleidenden Schiffsfondsgesellschaften.

So berichtet der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. auch von der leider negativen Tendenz vieler betroffener Anleger, Sanierungskonzepten einerseits einfach nicht zuzustimmen, andererseits sich jedoch um das Schicksal der Gesellschaft selbst getreu dem Motto „Es wird schon nicht so schlimm sein“, keine Gedanken zu machen.

Verjährungsrechtlich kommt entsprechenden Sanierungskonzepten indes eine ausschlaggebende Bedeutung zu. In aller Regel wird bei den Darstellungen der Fondsgesellschaft um ein erforderliches Sanierungskonzept alle Risiken aus der Beteiligung angegeben, über welche der Anleger eigentlich schon im Zuge der Anlageberatung hätte hingewiesen sein müssen. Mit Zugang dieser Sanierungskonzepte bzw. mit den hieraus erläuterten Konsequenzen hat der Anleger in aller Regel Kenntnis um die Falschberatung, was zur Folge hat, dass sodann auch die dreijährige Verjährungsfrist zu laufen beginnt.

Der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. empfiehlt betroffenen Anlegern daher immer eine frühzeitige anwaltliche Prüfung möglicher Schadensersatzansprüche gegen die Verantwortlichen.

Hierzu bietet der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. eine kostenfreie und unverbindliche Erstbewertung.

Weitere Informationen unter Tel. 0851/9884011 oder unter info@schutzverein.org.

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