Schrottimmobilien für Kleinverdiener - Die Abzocke geht weiter

Sie wollten Steuern sparen und wurden in den Ruin gestürzt: Als „einzigartiges Steuersparkonzept“ wurden Immobilien an den Mann gebracht, die sich nach den Angaben der Vermittler von selbst finanzieren sollten. Die Finanzierung hierfür wurde oftmals „im Paket“ von der Deutschen Kreditbank, einer Tochter der Bayer. Landesbank (DKB) zur Verfügung gestellt.

„Das Phänomen um die „Schrottimmobilien“ ist nicht neu. In den 90-iger Jahren wurden ganze Straßenzüge größtenteils in den neuen Bundesländer an Privatanleger verkauft, welchen diese Investition nicht nur aus Steuerspargesichtspunkten, sondern vor allem als Altersvorsorgemöglichkeiten angedient wurde“, so Bettina Wittmann vom Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V., welche darauf hinweist, dass dieselben fadenscheinigen Versprechungen, die schon damals zum Verkauf der Schrottimmobilien führten, nunmehr wieder dafür verwandt werden, sozusagen im „Zweitmarkt“ diese Immobilien fremdfinanziert zu vertreiben.

Das Problem liegt auf der Hand: Geworben wurden die Privatanleger durch sichere Mieteinnahmen und Steuerersparnisse, welche es ihnen ermöglichen sollte, die für den Wohnungseigentumserwerb unabdingbare Fremdfinanzierung abzutragen; nicht selten wurden diese Immobilien als „Selbstläufer“ bezeichnet, den Anlegern insoweit vorgegaukelt wurde, die Immobilie könnte als zweites finanzielles Standbein im Alter gesehen werden, wurden immense Renditeerwartungen aus dem Wohnungskauf versprochen, wenn erst einmal die Fremdfinanzierung abgetragen sei.

„Der Schock kommt nicht selten erst dann, wenn die Eigentümer ihre „Altersvorsorge“ zu Gesicht bekommen; an eine Vermietung zu den vom Vermittler genannten Konditionen ist angesichts des tatsächlichen Zustandes dieser Wohnungen nicht zu denken. Die Wohnungen sind oftmals nur einen Bruchteil des finanzierten Kapitals wert. Erst anlässlich einer Besichtigung realisieren die Käufer erstmals, dass ihnen tatsächlich eine „Schrottimmobilie“ angedreht wurde“, so Bettina Wittmann vom Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. weiter. Doch was können geschädigte Anleger tun?

Der Vorstand des Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V.:

„Die Betroffenen müssen beweisen, dass der Immobilienvertrieb und das Kreditinstitut institutionalisiert zusammengearbeitet haben und sie falsch über die finanziellen Folgen des Kaufs informiert wurden. „Ein institutionalisiertes Zusammenwirken“ liegt z.B. vor, wenn mehrere Wohnungen aus demselben Objekt über die gleiche Bank finanziert wurden und vom gleichen Vermittler oder Verkäufer verkauft wurden. Den Beweis hierfür muss aber der Anleger erbringen“.

Der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. rät Betroffenen an, fachkundige Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn sie sich anlässlich einer Vollfinanzierung bei Erwerb einer Schrottimmobilie verschuldet hat. Betroffenen ist zugleich anzuraten, nicht einfach die Kreditraten einzustellen, hat sodann das Kreditinstitut die Möglichkeit, den Kredit fristlos zu kündigen, was weitere immense finanzielle Nachteile mit sich bringen könnte.

Wenn Sie Fragen haben, wenden Sie sich einfach per Mail an info@schutzverein.org oder rufen Sie uns an unter 0851-9884011.

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Der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, geschädigten Kapitalanlegern zur Seite zu stehen, um ihnen Wege aus der Schuldenfalle zu bieten und Möglichkeiten aufzuzeigen, ihr eingesetztes Kapital zu retten. Hierbei dient der Verein insbesondere als Informationsportal für geschädigte Kapitalanleger, wobei wir uns als unabhängiges Sprachrohr der Anleger verstehen und deren Interessen vertreten.
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