Versicherungen können bei vorzeitiger Vertragsbeendigung nicht mehr die vollen Abschlusskosten berechnen - was ist jetzt zu tun?

Millionen Versicherungskunden können sich Hoffnung machen, mehr Geld aus aufgelösten Lebens- und Rentenversicherungsbeiträgen zurück zu bekommen. Nach den Urteilen des LG Hamburg über drei Musterklagen dürfen Versicherungen nicht mehr die vollen Abschlusskosten berechnen, wenn ein Kunde vorzeitig aus dem Vertrag aussteigt.

 

Wer zwischen 2001 und 2007 eine Kapitallebens- und Private Rentenversicherung abgeschlossen und aufgelöst hat, profitierte bislang weder vom Urteil des BGH für ältere Verträge noch von der seit 2008 geltenden gesetzlichen Regelungen. Die Versicherungsgesellschaften erheben für Verträge aus dieser Zeitspanne gleich zu Beginn der Vertragslaufzeit Gebühren und Provisionen, die mit den Beiträgen der ersten Jahren verrechnet werden. Die Gesellschaften berechneten mindestens 4% der Versicherungssumme als Abschlusskosten, weshalb es durchaus passieren konnte, dass ein Kunde nach drei Jahren seinen Vertrag kündigt, aber keinen Cent zurückbekommt, weil die Abschlusskosten höher sind als die Einzahlungen.

 

„Wichtig ist es, selbst aktiv zu werden, die Versicherungen mit Sicherheit nicht von sich aus auf ihre Kunden zugehen werden, um sie auf die Möglichkeit hinzuweisen, dass Klauseln zum Rückkauf von Lebens- und Rentenversicherungen ungültig sind“, so Bettina Wittmann vom Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V., welche gleichzeitig auf einen Musterbrief auf der Internetseite der Verbraucherzentrale Hamburg (www.vzhh.de) verweist.

 

Demgemäss müssen die Versicherungskunden handeln, um hier Ihr Geld zurückzubekommen.

 

Wie viel Geld sich die Kunden erhoffen können, steht bislang noch nicht fest. Nach dem Hamburger Urteil gelten für die Musterklagen die erst seit 2008 vorgeschriebenen 85% der eingezahlten Beiträge. Nach der Entscheidung des BGH für die Fälle vor 2001 müssen die Versicherer mindestens 50% zurückerstatten. Nach Berichterstattung der Verbraucherzentrale Hamburg werden die erstatteten Beträge irgendwo dazwischen liegen.

 

Weitere Informationen unter www.schutzverein.org.

Zurück

Der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, geschädigten Kapitalanlegern zur Seite zu stehen, um ihnen Wege aus der Schuldenfalle zu bieten und Möglichkeiten aufzuzeigen, ihr eingesetztes Kapital zu retten. Hierbei dient der Verein insbesondere als Informationsportal für geschädigte Kapitalanleger, wobei wir uns als unabhängiges Sprachrohr der Anleger verstehen und deren Interessen vertreten.
Ihr Vorteile einer Mitgliedschaft