Vorsicht bei privater Kreditvermittlung

Mit dem illegalen Kassieren von 200 bis 1000 Euro Gebühren durch Vermittler, die sogar Harz IV-Empfängern einen Kredit ohne Schufa versprechen, aber nie besorgen, soll bald Schluss sein. Die Verbraucherschutzministerkonferenz aller 16 Bundesländer beschloss am 17.09.2010 in Potsdam einstimmig, das üble Geschäft mit der Armut zu beenden und unseriösen Darlehensvermittlern den Kampf anzusagen. Die Bundesregierung wurde aufgefordert, zeitnah Gesetzesbeschlüsse dafür zu fassen.

Denn meistens verschlechtern finanziell ohnehin nicht gut gestellte Darlehensnehmer durch Darlehensaufnahme ihre wirtschaftliche Situation. Deshalb ist grundsätzlich bei einer weiters geplanten Darlehensaufnahme Vorsicht geboten „Wenn eine Vorauszahlung verlangt wird, wenn vor Abschluss des Kreditvertrages eine Rechnung ausgestellt wird, in welcher pauschale Positionen für Reise-, Büro-, Kopier- oder sonstige Vermittlungskosten aufgeführt werden oder der Vermittler den Abschluss eines Beratervertrages vorschlägt, sollte höchste Aufmerksamkeit geboten sein“, so Bettina Wittmann vom Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V., welcher Betroffenen anrät, Anzeige bei der Polizei zu erstatten, wenn der Anleger das Gefühl hat oder sogar weiss, dass er auf einen Betrüger hereingefallen ist.

In Verbraucherkreditlinie 2008/48/EG hat eine Verbesserung des Verbraucherschutzes bei bestimmten Arten von Finanzgeschäften zu Ziel. Mit Wirkung zum 11.06.2010 trat die gesetzliche Neuregelung zur Umsetzung der Richtlinie in deutsches Recht in Kraft. Betroffen sind insbesondere Darlehensverträge und Kreditvermittlungen. Aber auch bei Teilzahlungsgeschäften oder Finanzierungsleasingverträgen sollen Verbraucher besser informiert und geschützt werden. Beispielsweise soll durch einheitliche Vertragsmuster der Vergleich verschiedener Kreditangebote erleichtert werden. Wer an einem Verbraucherkredit interessiert ist, sollte beim Angebotsvergleich ein besonderes Augenmerk auf die Angaben auf die „Effektivzinsen“ legen, empfiehlt die Redaktion von anwalt.de. Der Effektivzins gibt quasi an, wie teuer ein Kredit für den Kunden werden wird.

„Gerade wer sich in einer finanziellen Notlage befindet, sollte in jedem Fall gut überlegen, ob ein Darlehen tatsächlich sinnvoll ist. In vielen Fällen ist es oftmals hilfreicher, sich an eine anerkannte Schuldnerberatungsstelle zu wenden“, so Bettina Wittmann vom Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. welche auch darauf hinweist, dass das Geld aus den vermittelten Darlehen erst zur Auszahlung gelangen muss, bevor die Vergütung des Vermittlers erfolgt. Zudem weist der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. darauf hin, dass nach aktueller Gesetzeslage neben einem Vermittlungsentgelt der Kreditvermittler nur noch die erforderlichen und tatsächlich entstandenen Auslagen verlangen darf, nicht allgemeine Geschäftsunkosten wie Telefonkosten, Kosten für Fahrten zum Kunden oder der übliche Arbeitsaufwand (vgl. auch Pressemitteilung: http://www.gomopa.net/Pressemitteilungen.html?id=575&meldung=Jaehrlich-fast-400000-Geschaedigte-bei-Kreditsuche).

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