Was Glas und Stahl verbergen - die wichtigsten Fragen und Antworten für Anleger offener Immobilienfonds

Die Welle der Hiobsbotschaften beim offenen Immobilienfonds Morgan Stanley P2 Value reist nicht ab: Am 23.07.2009 stand sein Anteilswert noch bei EUR 53,74, schon damals ein Minus von 32%; aktuell wurde der Anteilswert nochmals um 11% abgewertet. Dies war die bislang höchste Abwertung eines auf Privatanleger zielenden Fonds.

Doch welche Rechte haben Anleger, wenn der Fonds keine Anteile mehr zurücknimmt?

„Anleger kommen nicht an ihr Geld. Bei den Fonds DG Europa, P2 Value und Kanam US Grundinvest hält dieser Zustand nun seit Ende Oktober 2008 an. Wegen der Unsicherheit nach der Lehman-Pleite flüchteten Anleger grundsätzlich aus den Fonds, die Großinvestoren am schnellsten. Die Fonds wurden daher wegen zu geringer Liquidität geschlossen“, so Bettina Wittmann vom Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V., die aus ihrer bisherigen Beratungspraxis weiß, dass in den wenigsten Beratungsgesprächen über die tatsächlichen Risiken, die jetzt offen zu Tage getreten sind, die Anleger ordnungsgemäss informiert wurden.

Denn Verluste offener Immobilienfonds waren zu keinem Zeitpunkt ausgeschlossen. Der Vorstand im Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V., Frau Bettina Wittmann, erklärt dies so: „Bei weltweit anlegenden Fonds ist das Währungsrisiko tendenziell größer als bei Europa-Fonds. Doch ein Europa-Fonds ist noch kein Euro-Fonds. Hierauf muss ein Anleger hingewiesen werden“.

Besonders schlimm wird es, wenn Anlegern eine Beteiligung an einem offenen Immobilienfonds als Altersvorsorge zur Sicherung ihrer Liquidität im Alter angeraten wird.

„Morgen Stanley P2 Value nimmt seit fast 2 Jahren keine Anteile mehr zurück. Zwar müssen offene Immobilienfonds mindestens 5% liquide Mittel halten, was von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) kontrolliert wird. Damit sind allerdings nicht Verluste offener Immobilienfonds ausgeschlossen, wie die Praxis zeigt. Entscheidend ist, wie im individuellen Beratungsgespräch diese Form der Beteiligung vorgestellt wurde, ist eine Bank als Anlageberaterin grundsätzlich verpflichtet, neben sämtlichen Chancen alle Risiken aus einer Beteiligung offen zu legen, muss sich die Beratung auch an den Anlagezielen des Kunden orientieren“, so Bettina Wittmann weiter.

Wenn ein Anleger anlässlich der Beratung davon ausgegangen ist, er könne biespielsweise die Beteiligung an der Morgan Stanley P2 Value als Altersvorsorge nutzen und das eingesetzte Kapital jederzeit zurückerhalten, kann die beratende Bank zu Schadensersatz herangezogen werden, wenn der Anleger diese Falschberatung unter Beweisantritt in einem möglichen gerichtlichen Verfahren darstellt.

Der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. empfiehlt betroffenen Anlegern demzufolge eine fachkundige Bewertung durch einen auf das Gebiet des Bank- und Kapitalmarktrechts spezialisierten Rechtsanwalts. Der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. weist zudem darauf hin, dass der Verein mit Vertrauensanwälten in ganz Deutschland zusammenarbeitet, welche allesamt auf das Gebiet des Bank- und Kapitalmarktrechts spezialisiert sind.

Weitere Informationen unter www.schutzverein.org oder kontaktieren Sie uns direkt unter info@schutzverein.org.

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Der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, geschädigten Kapitalanlegern zur Seite zu stehen, um ihnen Wege aus der Schuldenfalle zu bieten und Möglichkeiten aufzuzeigen, ihr eingesetztes Kapital zu retten. Hierbei dient der Verein insbesondere als Informationsportal für geschädigte Kapitalanleger, wobei wir uns als unabhängiges Sprachrohr der Anleger verstehen und deren Interessen vertreten.
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