HCI Shipping Select XVII KG - Vergleichsweise Einigung mit der Sparkasse

Im Rechtsstreit vor dem LG Regensburg wegen unzureichender Erläuterung der der beratenden Sparkasse zufließenden Provisionen aus dem Vertrieb der Schiffsfondsgesellschaft mit der Bezeichnung „HCI Shipping Select XVII KG“ hat das LG Regensburg den dortigen Parteien die vergleichsweise Beendigung des Rechtsstreits angeraten.

Dies berichtet der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V., deren Vorstand, Frau Bettina Wittmann, den dortigen Anleger als Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht anwaltlich vertreten hatte.

„Das LG Regensburg wies die beklagte Sparkasse darauf hin, dass sie den vom BGH aufgestellten Grundsätze zur „kick-back-Rechtsprechung“ nicht genüge getan habe. So ergibt sich zwar aus dem vorgelegten Anlageprospekt, dass bestimmte Provisionen an die HCI Hanseatische Capital Beratungsgesellschaft mbH fließen sollten. Von Provisionsrückflüssen an die agierende Sparkasse ist in den vorgelegten Prospektunterlagen jedoch nicht die Rede, unstreitig der dortige Anleger über die Höhe der an die Bank insgesamt fließenden Provisionen bei Zeichnung der Anlage nicht informiert war“, so Bettina Wittmann vom Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V..

Das LG Regensburg setzte demzufolge die Rechtsprechung des BGH um die Aufklärungsverpflichtung der agierenden Bank zu Provisionsrückflüssen konsequent um, hiernach der Anleger auch über die Höhe der generierten Provisionen vollständig und zutreffend informiert werden muss.

Zudem war nach vorläufiger Rechtsauffassung des Landgerichts Regensburg auch die Höhe der Emissionskostenquote hinweisbedürftig gewesen, weil sich aus dem vorgelegenen Prospekt für den Schifffonds Emissionskosten in Höhe von 18,1% zzgl. Agio in Höhe von 4,8% ergaben. Nach Auffassung des Gerichts ist die Rentabilität der Anlage bei dieser Gesamthöhe von Provisionen durchaus fraglich, worauf der Anleger hätte hingewiesen werden müssen.

Im Rahmen einer Anlageberatung müssen die Berater den Anlegern die Funktionsweise und die Risiken eines Schiffsfonds darlegen. Wurden Anlegern nicht die Risiken erläutert, die sich aus dem unternehmerischen Charakter einer Schiffsfondsbeteiligung ergeben, stehen Schadensersatzansprüche im Raum. So sind Schiffsfonds keine sichere Kapitalanlage und auch nicht für die sichere Altersvorsorge geeignet.

Bettina Wittmann vom Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. weiter:

„Ausweislich der den Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. erreichenden Anfragen ist davon auszugehen, dass häufig in den Anlageberatungsgesprächen kein umfassendes Bild eines Schiffsfonds geboten wird, Anleger in den wenigsten Fällen darauf hingewiesen werden, dass sie sich nicht jederzeit problemlos von ihrer Beteiligung an einem Schiffsfonds trennen können. Tatsächlich ist der Zweitmarkt für „gebrauchte“ Fondsanteile nicht geregelt und ein Verkauf der Anteile eines Schiffsfonds ist daher nicht immer möglich. Hierüber muss jeder Anleger informiert werden“.

Der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. empfiehlt eine fachkundige Bewertung möglicher Ersatzansprüche bei notleidenden Schiffsfondsbeteiligungen, Anleger des HCI Shipping Select XVII angesichts der ungewissen weiteren Entwicklung des Fonds nicht zögern sollten, sich fachkundig beraten zu lassen.

Hierzu empfiehlt der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. eine kostenfreie und unverbindliche Erstbewertung durch den Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V..

Weitere Informationen unter info@schutzverein.org oder unter www.schutzverein.org.

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Der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, geschädigten Kapitalanlegern zur Seite zu stehen, um ihnen Wege aus der Schuldenfalle zu bieten und Möglichkeiten aufzuzeigen, ihr eingesetztes Kapital zu retten. Hierbei dient der Verein insbesondere als Informationsportal für geschädigte Kapitalanleger, wobei wir uns als unabhängiges Sprachrohr der Anleger verstehen und deren Interessen vertreten.
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