Insolvenz über das Vermögen der MS „Euro Solid“ GmbH & Co. KG – Insolvenzverwalter verlangt Ausschüttungen zurück

Mit Schreiben vom 03.09.2012 werden die Anleger der insolventen Reederei mit der Bezeichnung „MS „Euro Solid“ GmbH & Co. KG“ darüber informiert, dass der Insolvenzverwalter alle Gesellschafter anschreiben wird, um die aus negativen Kapitalkonten geleisteten Ausschüttungen zurückzuverlangen.

Dies berichtet der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V., an welchen sich zahlreiche Geschädigte der insolventen Fonds-KG zwischenzeitlich gewandt haben.

Bettina Wittmann, Vorstand des Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V.:

„Zwischenzeitlich erreichte die Anleger auch das Aufforderungsschreiben des Prozessbevollmächtigten des Insolvenzverwalters, worin die Anleger zur Rückzahlung der geleisteten Ausschüttungen unter Fristsetzung aufgefordert werden“.

Gemäß § 172 IV HGB sind aus negativen Kapitalkonten der Fondsgesellschaft gezahlte Ausschüttungen an den Insolvenzverwalter zurückzuzahlen, weil mit Insolvenz der Fonds-KG die sogenannte „Kommanditistenhaftung“ wieder auflebt. Der Insolvenzverwalter ist sodann auch verpflichtet, die Ausschüttungen von den Fondsgesellschaftern zurückzuverlangen.

Der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. berichtet in diesem Zusammenhang auch um die dortigen Erfahrungen, dass um diese einer Fonds-KG systemimmanente Gefahr in den geführten Anlageberatungsgesprächen indes mitunter überhaupt keine Rede war, vielmehr gerade Schiffsfondsgesellschaften als sicheres, auch zur Altersvorsorge geeignetes Kapitalanlageprodukt mit „überdurchschnittlichen Ausschüttungsprognosen“ zur Zeichnung empfohlen wurden.

Bettina Wittmann vom Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. weiter:

„Zwar versuchen sich die agierenden Anlageberatungsgesellschaften zumeist durch Beratungsdokumentationen von ihrer Haftungsverpflichtung zu exkulpieren; um die tatsächliche Nachhaftung bei Insolvenz der Fondsgesellschaft auf die aus negativen Kapitalkonten geleisteten Auszahlungen findet sich zumeist in den schriftlichen Dokumentationen in der gebotenen Eindeutigkeit indes gar nichts. Bei anlagevertreibenden Kreditinstituten fällt zudem auf, dass Vertriebsprovisionen für die agierenden Banken weder dem Grunde noch der Höhe nach dargestellt sind, nach der sogenannten Rückvergütungsrechtsprechung des BGH indes eine mündliche Offenlegungsverpflichtung um verdiente Vertriebsprovisionen vom BGH seit dem Jahr 1999 gefordert ist“.

Der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. empfiehlt betroffenen Anlegern der Reederei MS „Euro Solid“ GmbH & Co. KG eine umfassende Prüfung der Sach- und Rechtslage zur Geltendmachung möglicher Ersatzansprüche aus pflichtwidriger Anlagefalschberatung.

Weitere Informationen hierzu unter info@schutzverein.org oder rufen Sie uns an unter Tel.: 0851-9884011.

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Der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, geschädigten Kapitalanlegern zur Seite zu stehen, um ihnen Wege aus der Schuldenfalle zu bieten und Möglichkeiten aufzuzeigen, ihr eingesetztes Kapital zu retten. Hierbei dient der Verein insbesondere als Informationsportal für geschädigte Kapitalanleger, wobei wir uns als unabhängiges Sprachrohr der Anleger verstehen und deren Interessen vertreten.
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