Insolvenzantragstellung über das Vermögen der Fondsgesellschaft zur "MS Virginia Schifffahrtsgesellschaft mbH & Co. KG"

Mit Anlegerrundschreiben vom 13.12.2013 ließ die Treuhänderin zur „MS Virginia Schifffahrtsgesellschaft mbH & Co. KG“ ihren Anlegern die Insolvenzantragstellung am 12.12.2013 beim Amtsgericht Bremen mitteilen.

Dies berichtet der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. Bettina Wittmann, Vorstand des Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V.:

„Im dortigen Schreiben werden die Anleger unter anderem auf die Möglichkeit des Wiederauflebens der Haftung gemäß § 172 Abs. 4 HGB hingewiesen. Dies würde in concreto für die Anleger eine Rückzahlung der bislang geleisteten Ausschüttungen in Höhe von 16,5% des gezahlten Nominalkapitals bedeuten“.

Aktuell wenden sich zwei Beiratsmitglieder dieser Schiffsfondsgesellschaft an die Anleger, welche die Vermutung äußern, die Anleger würden bei Verkauf des Schiffes „leer ausgehen“, würde einzig die Commerzbank AG als Fremdfinanziererin aus einem möglichen Verkaufserlös befriedigt werden.

„Mitgeteilt wird den Anlegern in diesem Rundschreiben auch die Tatsache, dass rund 32% des Kapitals nicht in den Kaufpreis für das Fondsobjekt geflossen ist, sondern für sogenannte „Weichkosten“ verbraucht wurden. Diese Zahlenangabe wird zwar in einem „offenen Brief der ehemaligen Fondsgeschäftsführer“ korrigiert, sollen die Weichkosten bezogen auf das Kommanditkapital „nur“ 24,5% betragen haben“, so Bettina Wittmann weiter.

Nach der Rechtsprechung bedeuten Vertriebsprovisionen solchen Umfangs auf eine geringere Werthaltigkeit und Rentabilität der Kapitalanlage, weshalb dies einen für die Anlageentscheidung derart bedeutsamen Umstand darstellt, dass der Anlageinteressent darüber informiert werden muss.

Dabei ist nicht maßgeblich sein, ob gerade der jeweilige Vermittler eine Vertriebsprovision in der Größenordnung von 15% oder darüber erhält, sondern es ist auf die Gesamthöhe der Vertriebsprovisionen abzustellen sein.

Der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. hat bereits in der Vergangenheit um die desolate Entwicklung zur „MS Virginia“ berichtet. Nach Auswertung zahlreicher Anlegerinformationen hat sich zudem herausgestellt, dass die Beteiligung oftmals von der Dresdner Bank AG vertrieben worden war, diese als Kreditinstitut jedenfalls verpflichtet gewesen wäre, ihre Anleger um das dortige Vertriebsinteresse aufzuklären. Unabhängig davon hätte die Dresdner Bank AG als Anlageberaterin ihre Anleger auch um die fehlenden Werthaltigkeit angesichts der in das Fondsvolumen zur „MS Virginia“ einkalkulierten Weichkosten von (inkl. Agio) knapp 30% aufklären müssen.

Der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. betreut seit letzten Jahres zahlreiche Betroffene der zwischenzeitlich insolventen Fondsgesellschaft, sind derzeit auch mehrere Rechtsstreitigkeiten gegen die Commerzbank AG (als Rechtsnachfolgerin der Dresdner Bank AG) anhängig.

Für weitere Informationen können Sie sich jederzeit an den Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. wenden, gerne unter info@schutzverein.org oder rufen Sie uns an unter Tel. 08 51 / 988 4011.

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Der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, geschädigten Kapitalanlegern zur Seite zu stehen, um ihnen Wege aus der Schuldenfalle zu bieten und Möglichkeiten aufzuzeigen, ihr eingesetztes Kapital zu retten. Hierbei dient der Verein insbesondere als Informationsportal für geschädigte Kapitalanleger, wobei wir uns als unabhängiges Sprachrohr der Anleger verstehen und deren Interessen vertreten.
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