MS "Rio Alster" - Schlechte Aussichten für Anleger

Mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Schiffsfondsgesellschaft mit der Bezeichnung „Rio Alster“ Schifffahrtsgesellschaft mbH & Co. KG dürften die Einlagen der Anleger verloren sein. Dies berichtet der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V..

Den damaligen Fondsaussagen zufolge war das Fondsobjekt einem Teilbereich der Containerschifffahrt zuzurechnen, welchem Marktbeobachter damals gute Wachstumschancen attestiert hatten. So sollten nach den Prospektangaben insbesondere Schiffe der Größe von 2000 bis 3500 TEU per Juni 2004 eine „sehr hohe Investitionsattraktivität“ aufweisen, was damals als klares Signal für den Marktbedarf an solchen Schiffen gesehen wurde. Der Kauf des Schiffes sollte einerseits durch Kommanditeinlagen der Anleger in Höhe von EUR 15.570.000,00 sowie andererseits durch Schiffshypothekendarlehen in Höhe von EUR 21.530.000,00 finanziert werden. Prognostiziert waren darüber hinausgehend Ausschüttungen von bis zu 43%, bezogen auf das jeweils von den Anlegern investierte Kapital.

Bettina Wittmann vom Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V.:

„Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der „MS Rio Alster“ reiht sich damit nahtlos in die Insolvenzwelle bei Schiffsfonds ein. Wir empfehlen betroffenen Anlegern grundsätzlich mögliche Schadensersatzansprüche zu prüfen, mitunter gerade Schiffsfondsbeteiligungen als angeblich sichere Kapitalanlagen von zahlreichen Vermittlern und auch von Banken vertrieben wurden“.

Wurde die Schiffsfondsbeteiligung von einer Bank oder Sparkasse vertrieben, hätte auch auf möglicherweise erhaltene zusätzliche Rückvergütungen hingewiesen werden müssen, was ebenfalls eine Schadensersatzpflicht mangels objektgerechter Beratung nach sich ziehen kann.

Bettina Wittmann vom Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. in ihrer Stellungnahme weiter:

„Nach ständiger Rechtsprechung müssen zwar „freie“, also nicht bankgebundene Beratungsgesellschaften die dort generierte Vertriebsprovisionen nicht offenlegen, es sei denn, der Anleger hat in concreto danach gefragt bzw. die Vertriebsprovisionen lagen in einem Bereich ab 15%. Hierzu erscheint das Fondsprospekt sehr aufschlussreich, dort unter Vertriebsvereinbarung allein für die MPC Capital eine Vergütung von EUR 3.120.000,00 zuzüglich 5% Agio bei Vermittlung eines Zeichnungskapitals von EUR 15.570.000,00 gezahlt wurde. Angesichts dieser Größenordnung stellt sich tatsächlich die Frage, inwieweit der von der Rechtsprechung festgelegte „Stellenwert“ von 15% für den einzelnen Anlageberater für die dortige Vertriebstätigkeit erreicht wurde“.

Der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. bietet betroffenen Anlegern eine grundsätzlich kostenfreie Bewertung möglicher Schadensersatzansprüche, insbesondere auch aus den Grundsätzen der sog. Prospekthaftung im weiteren Sinne.

Für weitere Informationen melden Sie sich unter info@schutzverein.org oder rufen Sie uns an unter Tel. Nr. 08 51 / 988 4011.

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Der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, geschädigten Kapitalanlegern zur Seite zu stehen, um ihnen Wege aus der Schuldenfalle zu bieten und Möglichkeiten aufzuzeigen, ihr eingesetztes Kapital zu retten. Hierbei dient der Verein insbesondere als Informationsportal für geschädigte Kapitalanleger, wobei wir uns als unabhängiges Sprachrohr der Anleger verstehen und deren Interessen vertreten.
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