Schifffahrts-Gesellschaft "HS Carmen" GmbH & Co. KG verlangt Ausschüttungen zurück

Anfang Mai 2013 wurden die Gesellschafter der wirtschaftlich in die Schieflage geratenen Schifffahrtsgesellschaft mit der Bezeichnung „HS Carmen“ von der dortigen Treuhänderin auf § 13 Ziff. 7 des Gesellschaftsvertrages hingewiesen, hiernach 22,61% der geleisteten Nominaleinlage der jeweiligen Anleger reine Liquiditätsausschüttungen darstellten, welche nunmehr von der Fondsgesellschaft zurückverlangt werden müssten.

Dies berichtet der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V..

Deren Vorstand, Frau Bettina Wittmann, zur Rückzahlungsaufforderung der Treuhänderin der „HS Carmen“:

„Die Gefahr, die aus negativen Kapitalkonten geleisteten Ausschüttungen im Bedarfsfall gem. § 172 Abs. 4 HGB zurückzahlen zu müssen, stellt ein einer Fonds-KG systemimmanentes Risiko dar, über welches ein Anleger grundsätzlich vor Zeichnung unmissverständlich hinzuweisen ist“.

Mitunter ist allerdings in der Beratungspraxis festzustellen, dass gerade systemimmanente Risiken einer Fondsbeteiligung häufig von den agierenden Anlageberatern nicht  erwähnt werden, eine mündliche Offenlegung indes dann unerlässlich ist, wenn der Anleger mangels rechtzeitiger Prospektüberlassung dieses Risiko aus dem Fondsprospekt nicht hatte herauslesen können.

Praktischerweise erhalten die Anleger der „HS Carmen“ auch das Schreiben einer Rechtsanwaltsgesellschaft, welche die Rechtsauffassung vertritt, dass die aktuellen BGH-Entscheidungen um die fehlende Rückforderbarkeit von Ausschüttungen aus Schiffsbeteiligungen des Initiators Dr. Peters nicht anwendbar seien, vorliegend daher auch nicht zur Anwendung gelangen.

Bettina Wittmann in ihrer Stellungnahme weiter:

„Der Rechtsauffassung der offensichtlich von der Fondsgesellschaft zur Prüfung beauftragten Rechtsanwaltskanzlei zufolge seien die vom BGH geregelten Darstellungen um die fehlende Rückforderbarkeit auf die Gesellschaftsverträge der Hansa Treuhand-Gruppe nicht übertragbar, sich dort im Darlehensvertrag die ausdrückliche Darlehensabrede wiederfindet, dass Ausschüttungen von Liquiditätsüberschüssen dem Kommanditisten als Darlehen gewährt werden, sofern die Ausschüttungen nicht durch Guthaben auf den Gesellschafterkonten gedeckt sind“.

Doch Vorsicht:

So ist nämlich zu fragen, inwieweit tatsächlich 22,61% reine Liquiditätsausschüttungen zur Fondsgesellschaft erfolgt waren, die hierzu vom Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. geprüften Gewinn- und Verlustrechnungen der vergangenen Jahre jedenfalls nicht so eindeutig sind, wie vermutlich von der Fondsgesellschaft gewünscht.

Der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. rät demzufolge auch und gerade angesichts der aktuellen Forderung der Treuhänderin eine umfassende anwaltliche Beratung an, und zwar auch zur Frage einer ordnungsgemäßen Aufklärung anlässlich der Zeichnung dieses Schiffsfondsbeteiligung.

Der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. bietet betroffenen Anlegern eine grundsätzlich kostenfreie Erstbewertung möglicher Ersatzansprüche an.

Weitere Informationen hierzu unter dem Stichwort „HS CARMEN“ unter info@schutzverein.org oder rufen Sie uns an unter Telefon 0851/9884011.

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Der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, geschädigten Kapitalanlegern zur Seite zu stehen, um ihnen Wege aus der Schuldenfalle zu bieten und Möglichkeiten aufzuzeigen, ihr eingesetztes Kapital zu retten. Hierbei dient der Verein insbesondere als Informationsportal für geschädigte Kapitalanleger, wobei wir uns als unabhängiges Sprachrohr der Anleger verstehen und deren Interessen vertreten.
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