Schiffsfondsgesellschaft in der Krise

Dass mit Beteiligungen an Schiffsanierungskonzepten auch entsprechende Marktrisiken verbunden sind, dokumentiert aktuell der Hannover Leasing-Fonds „Maritime Werte 3“.  Laut Mitteilung der Fachzeitschrift „Kapitalmarkt Intern“ informiert der Initiator derzeit die Anleger des Fonds mit den beiden  Containerschiffen „MS Lauenburg“ und „MS Pappenburg“ über die aktuelle Entwicklung, die nicht gerade verheißungsvoll stimmt.

Dies berichtet der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. unter Berufung auf aktuelle Pressemitteilungen.

Nach Angaben von Hannover Leasing sei bereits jetzt absehbar, dass die beiden Schiffsgesellschaften Anfang bzw. Mitte des zweiten Halbjahres 2012 in eine kritische Liquiditätslage geraten und erneute Tilgungsstundungen unerlässlich werden, alternativ auch eine Erhöhung der Kontokorrentlinie, nachdem die Tilgung der Schiffshypothekendarlehen in 2012 wieder aufgenommen wurde.

Die den „MS Lauenburg“ finanzierende Bank, die CreditSwiss, habe zudem zum Ausdruck gebracht, dass keine weiteren Tilgungsstundungen oder eine Erhöhung des Kontokorrentrahmens gewährt werden, sondern der Kapitalbedarf der Gesellschaft allein durch Eigenkapitalmaßnahmen zu decken ist“, so Bettina Wittmann vom Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V..

Schiffsfondsbeteiligungen wurde indes in der Vergangenheit hauptsächlich wegen immanenter angeblich überdurchschnittlicher Renditeerwartungen zur Zeichnung empfohlen.

Bettina Wittmann vom Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. weiter:

„Nicht selten wurden Schiffsfondsgesellschaften in Form einer Kommanditgesellschaft als „sichere“, weil kapitalgeschützte Geldanlage interessierten Anlegern zur Zeichnung empfohlen. Eine Aufklärung darüber, dass diese Form der Kapitalanlage gar nicht bzw. nur schwer handelbar, somit ein vorzeitiger Verkauf ausgeschlossen ist und zudem bei einer Gesellschaft in Form der Kommanditgesellschaft die Gefahr besteht, Vorabgewinnausschüttungen aus negativen Kapitalkonten bei Insolvenz der KG zurückzahlen zu müssen, im geführten Beratungsgespräch mitunter nicht erfolgte, den wenigsten Anlegern auch die Tatsache bewusst wurde, dass sie durch Beteiligung an einer Fonds-KG einen Totalverlust der investierten Kapitalsumme riskieren“.

Nach der Rechtssprechung des BGH ist ein Anlageberater dazu verpflichtet, anleger- und objektgerecht zu beraten, im Rahmen der anlegergerechten Beratung gegenüber einem konservativen Anleger ohne Fachkenntnisse daher nur Anlagen empfohlen werden dürfen, bei denen Risiken weitestgehend ausgeschlossen sind. Insbesondere dürfen bei einer Anlage zur Altersvorsorge keine spekulativen Geldanlageprodukte empfohlen werden, zudem der Anleger ordnungsgemäß über die Risiken und Eigenschaften des Anlageobjekts aufgeklärt werden muss.

Der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. rät betroffenen Anlegern demzufolge zur Prüfung der Sach- und Rechtslage durch auf das Fachgebiet des Bank- und Kapitalmarktrechts spezialisierte Rechtsanwälte, sollte sich die empfohlene Kapitalanlage als für den Anleger persönlich nicht geeignet erweisen.

Der Schutzverein für Rechte e.V. bietet zudem jedem Anleger eine grundsätzlich kostenfreie Erstbewertung möglicher Ersatzansprüche an.

Weitere Informationen hierzu unter info@schutzverein.org oder unter www.schutzverein.org.

Zurück

Der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, geschädigten Kapitalanlegern zur Seite zu stehen, um ihnen Wege aus der Schuldenfalle zu bieten und Möglichkeiten aufzuzeigen, ihr eingesetztes Kapital zu retten. Hierbei dient der Verein insbesondere als Informationsportal für geschädigte Kapitalanleger, wobei wir uns als unabhängiges Sprachrohr der Anleger verstehen und deren Interessen vertreten.
Ihr Vorteile einer Mitgliedschaft