Schiffsfondsgesellschaft „MS LLYOD PARSIFAL“ – Fondsgeschäftsführung informiert um die Gefährdung des Bestandes der Gesellschaft

Unangenehme Nachrichten flatterten Anleger der in 2006/2007 gezeichneten Fondsbeteiligung mit der Bezeichnung „MS Lloyd Parsifal Schifffahrtsgesellschaft mbH & Co. KG“ Endes des Jahres 2012 ins Haus.

In ihrem Jahresabschlussbericht für 2011 erläutert die Fondsgeschäftsführung eine Gefährdung des Bestandes der Gesellschaft, wenn die finanzierende Bank aufgrund der Nichteinhaltung der Darlehensvereinbarungen von ihrer Möglichkeit Gebrauch macht, die Rückzahlung des restlichen Darlehens zu verlangen.

Dies berichtet der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. Bettina Wittmann, Vorstand des Schutzvereins in ihrer Stellungnahme hierzu:

„Den Angaben der Fondsgeschäftsführung zufolge ist zwar mit einer sofortigen Fälligkeit des Rückzahlungsanspruches der finanzierenden Bank nicht zu rechnen, da gemäß einer mündlichen Vereinbarung mit der Bank die sogenannte „105%-Klausel“ zunächst bis Mai 2013 ausgesetzt wurde. Voraussetzung hierfür ist aber, dass keine Ausschüttungen an die Gesellschafter geleistet werden, aktuell die Geschäftsführung davon ausgeht, dass die Aussetzung der 105%-Klausel auch über Mai 2013 hinaus erfolgen wird“.

Die bestehenden Kreditvereinbarungen sehen vor, dass das gewährte Darlehen mit 60% des Verkehrswerts des Schiffes gedeckt sein muss. Sofern diese Wertgrenze unterschritten wird, ist die Bank zur fristlosen Kündigung des noch nicht getilgten Restes des Darlehens berechtigt. Zum Stichtag 31.12.2012 war bei der Fondsgesellschaft mit der Bezeichnung „MS LLOYD PARSIFAL“ die 60%-Grenze unterschritten.

„Doch nicht nur über die resultierende Gefahr der Fremdfinanzierung der Fondsbeteiligung wurde in den jeweils geführten Anlageberatungsgesprächen nicht hingewiesen; unseren Erfahrungen zufolge wurden gerade Schiffsfondsbeteiligungen als zur Altersvorsorge geeignet zur Zeichnung angedient, um mögliche Kapitalverlustrisiken unserer Erfahrung nach in den wenigsten Beratungsgesprächen ein Wort verloren wurde. Auch mögliche Provisionen für die anlagevertreibenden Kreditinstitute waren in aller Regel mit keinem Wort problematisiert“, so Bettina Wittmann vom Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. weiter, welche auf die kick-back-Rechtsprechung des BGH hinweist, wonach ein Kreditinstitut generierte Provisionen einem Anleger gegenüber mündlich sowohl dem Grunde als auch der Höhe nach ungefragt offenlegen muss.

Der Schutzverein für Rechte der Bankkunden e.V. betreut zahlreiche Anleger am „MS LLOYD PARSIFAL“, im Zuge einer kostenfreien Erstbewertung mögliche Handlungsalternativen aufgezeigt werden können.

Weitere Informationen hierzu unter info@schutzverein.org.

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